Unterstützung von Geschwisterkindern und Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern

Ansprechpartner: Dr. Jan-Ulrich Schlump und Prof. Tycho Zuzak

Ausganglage: 

Die Geschwister von chronisch kranken Kindern stehen im Schatten der Familie, da die Aufmerksamkeit der Eltern, der Verwandten und Freunde dem erkrankten Kind gewidmet wird. Deshalb werden sie auch Schattenkinder genannt: Nach der Diagnosemitteilung zum Beispiel einer Krebserkrankung eines Kindes wird das Familienleben häufig stark umstrukturiert: Ein Elternteil fokussiert sich auf das an Krebs erkrankte Kind und verbleibt mit dem Patienten im Krankenhaus und der andere verdient den Lebensunterhalt der Familie und muss ich nebenher auch noch nun um die Organisation des Familienlebens ganz kümmern. Noch schwieriger ist die Situation für Alleinerziehende, welche sich allein um das erkrankte Kind, um den Lebensunterhalt und um die Organisation der restlichen Kinder kümmern müssen.  Die Geschwisterkinder leiden unter dem Aufmerksamkeitsverlust, sind mit den anfallenden Aufgaben im Haushalt überfordert und müssen sich mit ambivalenten Gefühlen, wie der Sorge um den erkrankten Bruder bzw. die erkrankte Schwester und der Wut oder Eifersucht, auseinandersetzen. Verhaltensveränderungen, posttraumatische Störungen oder psychische Erkrankungen der Geschwisterkinder sind einige der Folgen, die aufgrund der hohen Belastungssituation auftreten können. Die Situation hat sich aktuell in den letzten 12 Monaten noch zusätzlich verschärft, da Geschwisterkinder ihre kranken Familienangehörigen gar nicht mehr ins Krankenhaus begleiten oder Besuchen dürfen.
Leider gibt es für diese Kinder keine Unterstützung, weder von offiziellen Stellen, noch durch den immer dichter werden Alltag im Krankenhaus, wodurch Krankenhausmitarbeiter keine Möglichkeit mehr haben, den Schattenkindern die nötige Aufmerksamkeit zu geben. Deshalb ergibt sich im Schnittbereich Krankenhaus und Patientenfamilien den dringenden Bedarf an einen Treffpunkt für die betroffenen Kinder und Familien, wo sie Aufmerksamkeit bekommen, andere Kinder in gleichen Situationen kennen lernen und wo sie trotzdem nahe bei ihren hospitalisierten Familienangehörigen sein können.

 

Projekt-Ziel:
In dem Begegnungszentrum am Krankenhaus soll ein Ort für diese betroffenen Kinder und Familien geschaffen werden, um die Krankenhausaufenthalte der Geschwister positiv zu verknüpfen, wo die betroffenen Kinder und Familien halt finden und gesehen werden. 

Projekt-Umsetzung:
Dazu soll eine Familiengerechte Umgebung /Einrichtung geschaffen werden durch einen altersentsprechenden Spiel-  und Aufenthaltsbereich und die nötige personelle Besetzung durch Pädagogen und Psychologen zu gewissen Stunden tagsüber gewährleistet werden. Zudem sollen für diese Familien ein Veranstaltungsprogramm erstellt werden mit altersangepassten kulturellen Veranstaltungen (Musik, Zaubern, Lachen), welche in dem Zentrum durchgeführt werden sollten.


Evaluation des Projekts, Begleitforschung:
Regelmässige Evaluation des Projektes und des Inhalte durch die Projekt-Gruppe